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Vereinsgeschichte

Seit dem 7. August 1897 schreibt der Turnverein Forst Vereinsgeschichte. Was mit 25 Gründungsmitgliedern begann, ist heute ein Verein mit rund 1.200 Mitgliedern in zwölf Abteilungen. Ein Blick auf über 125 Jahre Turnen, Sport und Ehrenamt in Forst.

Luftaufnahme des Sportgeländes des TV Forst

Die Etappen unserer Geschichte

Von der Gründung 1897 bis zum großen Jubiläum 2022: Blättern Sie durch die wichtigsten Etappen unserer Vereinsgeschichte.

1897

Die Gründung

Bereits 1880 erkannte man in Forst den Wert des Turnens für Körper und Geist. Bis zur Vereinsgründung dauerte es jedoch bis zum 7. August 1897: Im Gasthaus „Deutscher Kaiser“ begrüßte Friedrich Dill 25 Gründungsmitglieder – der Turnverein Forst war gegründet.

In die erste Vorstandschaft wurden gewählt:

  • Vorstand: Josef Bacher
  • Turnwart: Leonhard Leibold
  • Schriftwart: Peter Bacher
  • Geldwart: Ludwig Kuch
  • Zeugwart: Friedrich Dill
  • Diener: Josef Spänle

Die Finanzen waren – damals wie heute – knapp. Max Böser stellte die Mittel für die ersten Sportgeräte bereit, sodass der Turnbetrieb beginnen konnte. Schon 1898 trat der Verein mit einem Gartenfest an die Öffentlichkeit; bis 1904 wurden diese Feste jährlich gefeiert, an denen sich auch neu gegründete Turnvereine der Nachbargemeinden beteiligten.

1905–1922

Wachstum & Erster Weltkrieg

1905 verwehrte die Gemeinde ein Schauturnen auf dem Kirchplatz, sodass die Turner in den Garten des Gasthauses „Zur Rose“ auswichen. Ein Jahr später wurde ein Turnplatz neben dem Schulhaus zugesichert; über 30 Turner kamen regelmäßig zu den wöchentlichen Übungsstunden – allerdings nur im Sommer. Im Winter behalf man sich mit einer Kegelbahn und verschiedenen Scheunen.

1910 feierte der Verein unter Vorstand Karl Bender die Fahnenweihe, verbunden mit einem Gerätewettkampf des Kraichturngaus mit über 400 Turnern. 1912 kündigte die Gemeinde den Turnplatz – er musste binnen einer Woche geräumt werden. Der Erste Weltkrieg unterbrach den Turnbetrieb. Erst 1922 trat der Verein wieder groß in Erscheinung: Vom 24. bis 26. Juni feierte man das 25. Stiftungsfest, und am 9. Juli 1922 gewann die Turnriege beim Gaugruppenturnen in Neckarau unter 120 Vereinen den ersten Platz.

1929–1938

Die eigene Sportanlage

In den Folgejahren war der Verein bei Kreis- und Gaufesten erfolgreich; neben dem Turnen kamen Leichtathletik und Handball hinzu. 1929 pachtete der Verein vom Forstamt Bruchsal einen Platz an der Hambrücker Straße, den die Mitglieder selbst rodeten und herrichteten. 1932 entstand daraus – unter Bauführer Ernst Wörner und mit Hilfe des freiwilligen Arbeitsdienstes – eine Sportanlage mit Rundbahn, Sprunggruben und Umkleideraum, eine der schönsten im Kreis.

Erfolge folgten: die Deutschen Turnfeste 1933 in Stuttgart und 1938 in Breslau sowie die Badischen Landesturnfeste 1935 in Karlsruhe und 1939 in Mannheim. In diese Zeit fielen auch die Gründung der Turnerinnenabteilung und der Aufstieg der Handballer in die Bezirksklasse.

ab 1945

Neubeginn nach dem Krieg

Der Neustart nach dem Zweiten Weltkrieg war schwierig: Die Protokollbücher der Jahre 1932–1944 wurden von der Besatzungsmacht eingezogen, Paul Göbel rettete die Vereinsfahne. Nach Lockerung des Sportverbots ergriff Wilhelm Göbel die Initiative – am 2. Februar 1946 kamen 113 Mitglieder im Vereinslokal „Zur Traube“ zusammen. Besonders Leichtathleten und Handballer feierten rasch Erfolge. Das 50-jährige Jubiläum begann am 19. April 1947 mit einem Schauturnen unter Beteiligung süddeutscher Spitzenturner.

1951–1966

Bau der Jahnhalle

Der Bau einer eigenen Turnhalle prägte die 1950er-Jahre: erster Spatenstich am 1. Juli 1952, Richtfest am 25. Oktober 1953, Einweihung der Jahnhalle am 27./28. März 1954 – mitfinanziert durch eine Fensterspende der Ortsvereine. 1951 kam eine Fußballgruppe, 1956 eine Tischtennismannschaft hinzu. Zwischen 1963 und 1966 errichtete der Verein unter den Vorständen Franz Veit und Bernhard Bonert – maßgeblich unterstützt von Ewald Bacher und Herbert Zunker – ein neues Sporthaus und gestaltete die Anlage neu.

1970–1988

Wachsende Vielfalt

1972 feierte der Verein sein 75-jähriges Bestehen mit einem vielfältigen Programm vom 14. bis 23. Juli – die erste große Herausforderung für den späteren Ehrenvorsitzenden Ewald Bacher, der von 1970 bis 1983 den Vorsitz führte. Zu den Höhepunkten zählten Gaukinderturnfest, Kreismeisterschaften der Leichtathletik, ein Tischtennis-Vergleichskampf und ein Handballwerbespiel.

In diesen Jahren wuchs der Verein spürbar: 1970 wurde der Handballsport wieder aufgenommen und die Männergymnastik gegründet, 1976 folgte Volleyball, 1977 die Wanderer und 1988 die Triathleten.

1984–1990

Waldseehalle & Umbau

Der Bau der Waldseehalle und der Umbau der Jahnhalle brachten einen enormen Aufschwung. Die dreijährige Großbaustelle 1984–1987 forderte dem Verein finanziell und ehrenamtlich alles ab; unter dem Vorsitz von Klaus Reinhard entstand ein Gemeinschaftswerk, das bis heute schuldenfreie Aushängeschild des Vereins.

Seit der Wiedervereinigung besteht die Partnerschaft mit den Sportfreunden aus Landsberg bei Leipzig: 1990 unterzeichneten Bürgermeister Horst Weigt und Vorsitzender Frank Eckert die Partnerschaftsurkunde, die bis heute mit unzähligen Begegnungen in Landsberg und Forst gelebt wird.

1997

100 Jahre TV Forst

Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum 1997 vollendete die Gemeinde Forst die Neuordnung der Sportstätten – mit dem neuen Stadion und dem Regiegebäude als Prunkstücken. Im neuen Sportzentrum fanden zahlreiche Großveranstaltungen statt, darunter Deutsche Faustballmeisterschaften, ein Fußball-Länderspiel der Junioren gegen Frankreich sowie Freundschaftsspiele von Bayern München und dem 1. FC Kaiserslautern.

Das Jubiläumsjahr bot unter anderem einen Ehrenabend mit über 400 Gästen, ein Gaukinderturnfest mit über 1.000 Teilnehmern, den Heidesee-Triathlon und eine „Oldie-Night“ in der Waldseehalle.

seit 2002

Ehrenamt im Mittelpunkt

Dem TV Forst ist die Anerkennung des Ehrenamts ein besonderes Anliegen: Die jährliche Verleihung der Jahnmedaille sowie des Regional-, Jugend- und Talentförderpreises ist in der Region viel beachtet. Ein Höhepunkt war der Besuch von Bundesaußenminister a. D. Dr. Klaus Kinkel am 27. Januar 2002 in der Jahnhalle, bei dem – im Beisein von Landrat Claus Kretz – erstmals der TV-Ehrenring an den langjährigen Kassier Dieter Weindel verliehen wurde.

Der langjährige Vorsitzende Frank Eckert (seit 1990) setzte sich stets dafür ein, Politik und Ehrenamt ins Gespräch zu bringen. Zur Vereinsphilosophie gehört auch das gute Verhältnis zu den Nachbarvereinen FC Germania und AC Forst sowie zu den Sportverbänden, bei denen der TV Forst einen guten Ruf genießt.

2022

125 Jahre TV Forst

2022 feierte der Verein sein 125-jähriges Bestehen. Höhepunkte waren Ende Juli der Ehrenabend im vollbesetzten Alex-Huber-Forum – verbunden mit der „Forster Kirmes“ und einem Auftritt der „Starboys“ – sowie das 50-jährige Jubiläum der Handballabteilung in der Jahnhalle.

Beim Ehrenabend würdigte Justizministerin Marion Gentges die ehrenamtliche Arbeit des Vereins, besonders sein nachhaltiges Wirken beim Thema Migration; weitere Grußworte kamen unter anderem von der Gemeinde Forst, der Partnergemeinde Landsberg und zahlreichen Sportverbänden. Umrahmt wurde das Festwochenende von der Weihe der neuen Vereinsfahne, einem Festumzug von der Kirche zur Waldseehalle und einem ökumenischen Gottesdienst.

Mitte September begeisterte zudem die Turngala „TUJUSTARS“ der Deutschen Turnerjugend über 1.000 Besucher in der ausverkauften Waldseehalle. Ein arbeitsreiches, aber freudiges Jubiläum – Dank gilt allen Helferinnen und Helfern sowie den Sponsoren.